Verein Quartiergarten Guggacker

Kompost / Humusaufbau

Guerilla Composting

Weltweit gibt es zu wenig Humus für Pflanzen und Humus ist was Pflanzen brauchen, um zu gedeihen ohne petrochemikalische (Kunst-)Dünger. Dazu kommt, dass petrochemikalische Dünger Humus zerstören und die Qualität des Nährstoffes in dem daraus entstehenden Lebensmittel senken. Das heisst, die Wiederherstellung von einem gesunden ökologisch aufgebauten Humus ist das A und O für einen nachhaltigen Gemüse- und Früchtenanbau. Da die meisten von uns eher produkt-orientiert denken, kann diese Voraussetzung verloren gehen. Wir fokussieren auf Gemüse und Früchte und merken dabei nicht, dass die Gesundheit des Bodens das Wichtigste überhaupt ist, wenn wir gutes und gut schmeckendes (!) Essen haben wollen. Kaufen kann man natürlich einiges an "biologischen" Hilfsmitteln. Aber wer es glaubt, wird selig –in der Tat kommt “Bio” in allen möglichen, modischen Ausführungen.

 

Aber warum sollte man etwas kaufen, wenn man mit geringerem (kollektivem!) Aufwand, sowie gratis Material viel bessere Ergebnisse erzielen kann?

Eines der Prinzipien der Permakultur hat mit der Beobachtung zu tun. Das Potentzial eines Unterfangens hängt oft von der Wahrnehmungsförderung ab.  Wenn wir die Augen aufmachen, finden wir oft genau das was wir suchen, um unsere Ziele zu erreichen. Beim Kompostieren geht es genauso. Bereits in unserer Nähe gibt es Kaffeesatz, Sägemehl, Sägespäne, Mist, Grasschnitt, Blätter, Brachen-Beikraut und Küchenabfälle - alles gratis.

Fazit: Die Komposition des Bodens ist äusserst wichtig und wir haben bereits alles was wir brauchen  – gratis. Wir müssen es nur holen.

Aktivitäten

Wir haben das Glück auf der Brache verschiedene Kompoststellen aufstellen zu dürfen und sogar zu experimentieren. Ich möchte euch einladen beim guerillamässigem Kompostieren mitzumachen. Folgende Kompostierarten und Bodenverbesserungskomponenten würden wir hands on untersuchen:

 

  • Lasagnekompost oder Sheet-Composting
  • Biokohle
  • Bokashi
  • Komposttee
  • Mykorrhiza Symbiose
  • Wurmzucht

 

Erste Veranstaltung

Zuerst werde ich euch zeigen was zu einem gutem Kompost gehört, wie man einen schlechten retten kann und wo Material geholt werden kann. Nachher können wir beim grossen Kompost eine neue Reihe einrichten. Wir haben auch einen Schredder, um das Brachen-Beikraut zu verkleinern als Vorbereitung fürs Kompostieren (lasagne oder sheet composting).

 

 

Was du mitbringen sollst:

  • eine Ahle und/und Messer (nicht allzu scharf, eher wie ein verzacktes Buttermesser)
  • deine Küchenabfälle, auch von Nachbarn (siehe zuunterst für Voraussetzungen)
  • Handschuhe (am besten Vollgummi)
  • Mund und Kopfbedeckung gegen Staub
  • Gummistiefeln
  • einen Abfallsack
  • zusätzliche Schaufeln

Materialprofil: Karton

Ich bin, wie andere, ein grosser Fan von Karton. Es ist gratis, biologisch abbaubar, die Regenwürmer lieben es und es ist vielseitig einsetzbar. Wenn er ausgedient ist, kann man es zwischen Pflanzen platzieren bzw. zerkleinern und einfach in den Kompost werfen. Man kann man Kartons zwischen zwei Mulchschichten gut einsetzen, um das Giessen herabzusetzen. Je nachdem ist eine untere Mulchschicht bei Lehmböden wichtig, weil Luft genügend zirkulieren soll. Die zweite Mulchschicht oder Erde kann den Karton beschweren, sodass er nicht weggewindet wird, was hilft das Beikraut zu verdrängen. Kann ich bestens empfehlen! Man kann mit Streifen oder Fetzen arbeiten geschreddertes Papier geht nämlich auch. Ich sammle jetzt Kartonfetzen auf der Brache und deponiere sie in den grossen Kartonröhren beim Kompost. Wenn ihr welche wollt, bedient euch bei mir. Als Arbeitsflächen sind Kartons unschlagbar. Darauf kann man arbeiten und allein schweres Material darauf überall hinschleppen. Veloschachteln sind dazu sehr geeignet, sei es für Abdeckstreifen oder Arbeitsflächen. Achte darauf, dass du schwarz/weiss bedruckten Recyclingkarton holst und dass die Klebstreifen bzw. Klammern entfernt sind –es sei denn, wir machen das zusammen. Für lange Streifen muss er gelocht werden, weil am Anfang Kartons nicht besonders gut Luft durchlassen. Giessen tut man ohnehin sehr nah bei den Pflanzen. Der Kreil, die Mistgabel, der Grubber und vor allem der Rollkultivator machen gute Löcher. Man muss aber zuerst den Karton nass machen, d.h. über Nacht Wasser einziehen lassen und am nächsten Tag lochen. Detaillierte Auskunft gebe ich gern.

 

Mitwirken in der Projektgruppe

Interesseirt? Möchtest du bei der Kompost-Projektgruppe mitmachen?

Dann melde dich direkt beim Arbeitsgruppenleiter Mark Harvey per Mail an.